Kommunikation in NPOs: Einladung zu Studie

Das Stuttgarter Non-Profit-Forum hat bereits 2019 eine Studie zu „immateriellen Vermögenswerten“ durchgeführt und möchte nun, nach einer mehrmonatigen Phase der Herausforderungen auch für viele NPOs, im Vorfeld der Jahrestagung am 11. November 2021 zu diesem Thema aktuelle Daten erheben.

Das Leitthema des SNPF 2021 ist „Kommunikation“ mit einer sehr umfangreichen Schnittstelle zur Weiterführung der Studie zur Zukunftsfähigkeit von NPO. Kommunikation berührt darin mindestens zwei Sphären, die sich deutlich unterscheiden:

  • die eher interne Kommunikation mit Mitarbeitern und Ehrenamtlichen Unterstützern, die die Organisation tendenziell besser kennen und
  • die externe Kommunikation mit weiteren Stakeholdern wie der Zielgruppe von NPO, Kooperationspartner, Spender und Förderer, manchmal auch Teile der öffentlichen Verwaltung und weitere Akteure.

Ein Ergebnis aus der Studie 2019 zeigt sehr deutlich den unterschiedlichen Status der Kommunikation mit diesen beiden Zielgruppen. Förderer und die „allgemeine Öffentlichkeit“ werden aus Sicht der antwortenden NPO nur sehr unzureichend erreicht. Die Implikationen sind beträchtlich und wirken sich deutlich auf die gesamte Zielerreichung aus. Wenn die Beziehungen zu Förderern nicht gut gepflegt werden, fehlen Finanzmittel für alle weiteren Aktivitäten. Eine fehlende Systematik ist darüber hinaus ein starker Indikator, dass sich daran auch in Zukunft nur wenig ändern wird. Der Erfolg ist damit eher das Ergebnis zufälliger Entwicklungen oder von Improvisation – nicht aber die Folge guten Managements.

Hier geht’s zur aktuellen Umfrage.

Vielen NPO gelingen die Einwerbung von Ressourcen und die Aktivierung von Unterstützern, zumindest in einem ersten Schritt. Damit ist „eigentlich“ die schwierigste Arbeit erledigt – doch viele wenden sich auch wieder von einer NPO ab, ohne dass klar ist, warum.

Reaktivierung von Akteuren

Diese „Ehemaligen“ sind eine bunte Mischung aus Förderern, Mitarbeitern (Vollzeit, ehrenamtlich inkl. aller Varianten), zum Teil auch Kooperationspartner. Sie haben sich bereits einmal für diese NPO engagiert – tun das aber aktuell nicht mehr. Da bereits eine Beziehung zu dieser Gruppe besteht, ist es tendenziell weniger Aufwand diese Akteure zu reaktivieren – oder gar nicht erst zu verlieren. Und doch kümmern sich mehr als 15 % der NPO überhaupt nicht um diese Gruppe, fast 70 % sehen hier noch enormes Verbesserungspotential und nur knapp über 10 % kommunizieren aktiv mit dieser aus vielen Gründen interessanten Gruppe: Sie kennen die NPO, ihre Schwächen aber auch ihre Stärken; sie können daher Feedback geben über heikle Entwicklungen – eben, weil sie nun nicht mehr so involviert sind. Und sie können zumindest teilweise wiedergewonnen werden.

Neustart von Beziehungen

Als Ansatzpunkte dienen ganz einfache Statusmeldungen über die NPO selbst, Anfragen zur Unterstützung oder die Bitte um Empfehlungen. Diese niederschwelligen Ansätze können die Basis bilden, eventuell auch aus unterschiedlichen Gründen zerrüttete Beziehungen noch einmal neu zu starten und aus der Enttäuschung positive Entwicklungen zu initiieren. Das ist viel aber offensichtlich schwieriger als „gute“ Beziehungen zu erhalten.

Hier liegt auch die Schnittstelle zu den oben bereits genannten internen Aktiven. Hier gibt es ähnliche Fragestellungen – etwa nach einer sinnvollen Systematik zur Kommunikation: Wer wird wann wie detailliert über welche Themen des NPO informiert oder auch aktiv in Entscheidungsprozesse mit einbezogen? Diese (etwas lange) Frage, vor allem aber die Details der Antworten, schaffen eine erste Orientierung und zeigen häufig auch Handlungsbedarf. Die Motivation der Akteure wird in der Studie als die für den Erfolg einflussreichste Dimension hervorgehoben. Sie hängt aber wie keine andere davon ab, wie gut die Kommunikationsprozesse und die damit verbundenen Themen laufen.

Um den Status – hoffentlich post-Covid19 – zu erfassen, setzt das Stuttgarter Non-Profit-Forum daher die Studie fort und wird die Ergebnisse im November 2021 im Rahmen der Jahrestagung präsentieren.

Text, Grafik: PR / Foto: pxhere


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